Nicht nur Michael Schumacher will zurück in die Formel 1, auch Bruder Ralf hegt Ambitionen für die Königsklasse. Im Interview spricht er über die DTM, seine Fitness und das mögliche Duell unter Brüdern.
Wollen Sie wie Ihr Bruder zurück in die Formel 1?
Schumacher: Wie ich in der Vergangenheit schon einige Male gesagt habe, würde ich auf alle Fälle ernsthaft darüber nachdenken, sollte es ein interessantes und für mich attraktives Angebot in einem konkurrenzfähigen Formel 1-Team geben. Die DTM macht mir aber nach wie vor grossen Spass.
Gab es einen speziellen Auslöser?
Nein, einen speziellen Auslöser gab es nicht. Aber ich war über zehn Jahre in der Formel 1 und das Thema kann man so nicht einfach ablegen.
Was reizt Sie wieder an der Formel 1, reicht die DTM nicht?
Ich fühle mich in der DTM und bei Mercedes-Benz sehr wohl, ich werde von allen super betreut und habe grossen Spass. Wie man an meinen bisherigen Ergebnissen nach zwei Jahren DTM sieht, hab ich das Potenzial aus der AMG Mercedes C-Klasse noch nicht ganz ausschöpfen können. Aber die Formel 1 reizt mich ganz klar immer noch.
Wie fit sind Sie, haben Sie sich etwa auch schon speziell vorbereitet?
Fit bin ich absolut, ich mache seit 2 Jahren ein stringenteres Fitness- und Krafttraining als noch zu meiner aktiven Formel-1-Zeit, darin würde ich kein Problem sehen.
Es heisst, Sie hätten ein konkretes Angebot von einem der neuen Teams gehabt...warum haben Sie es nicht angenommen?
Ja, das stimmt. Aber die Rahmenbedingungen für einen sportlichen Erfolg waren für mich nicht gegeben.
Was würden Sie Kritikern entgegnen, die nun argwöhnen, Sie wollten sich im Windschatten von Michael auch wieder ins Gespräch bringen?
Interessante Frage, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Manchmal passen halt einfach alle Rahmenbedingungen so wie zuletzt bei Michael mit Mercedes GP Petronas. Klar ist, dass ich schon in den letzten zwei Jahren während meiner Zeit in der DTM immer wieder auf das Thema Formel 1 angesprochen wurde.
Viele Optionen gibt es ja gar nicht mehr, ein Platz bei Renault, einer bei Sauber sind noch bei etablierten Teams frei. Welche Abstriche wären Sie denn bereit zu machen?
In erster Linie muss es eine gute sportliche Rahmenbedingung für mich geben. Um finanzielle Aspekte geht es mir dabei überhaupt nicht.
Wie schätzen Sie ihre Chancen ein für eine Rückkehr und welche Rolle spielt der Gedanke, auch gegen Michael noch mal auf der Strecke antreten zu können?
Gegen Michael anzutreten, ist nicht so von Bedeutung für mich. Derzeit ist es eher ein Traum der Medien, aber manchmal werden Träume auch mal Realität.
Was machen Sie denn, wenn es nicht klappt?
Da es nicht mein primäres Ziel ist, zurück in die Formel 1 zu kommen, hätte ich damit kein Problem.
Quelle: Sportal.ch
Habe meine Erwartungen bisher nicht erfüllt
Ralf Schumacher ist einer der Stars der DTM. Mit Motorsport-Magazin.com sprach er über seine Star-Rolle, Erwartungshaltungen und über den Druck zu siegen.
Motorsport-Magazin.com - Ralf, das Medieninteresse an Dir ist in der DTM enorm. Nervt Dich das ab einem gewissen Grad oder kannst Du damit gut umgehen? Ralf Schumacher: Nein, das nervt überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Das Interesse ist sicher auch entstanden, weil ich vorher in der Formel 1 gefahren bin, aber auch das wird sicherlich im Laufe der Saison zurückgehen, wenn diejenigen im Vordergrund stehen, die um die Meisterschaft fahren. Der Medienrummel stört mich überhaupt nicht.
Du bist aus der Formel 1 in die DTM gewechselt. Vermisst Du etwas aus Deiner Formel-1-Zeit? Ralf Schumacher: Klar, ein Formel-1-Auto zu fahren, ist etwas ganz Besonderes. Das vermisse ich schon etwas, aber auf das Drumherum aus der Formel 1 kann ich eigentlich ganz gut verzichten. Man vermisst immer ein paar Leute, die man über die Jahre kennen gelernt hat, aber insgesamt fühle ich mich in der DTM ehrlich gesagt wohler als dies in der Formel 1 der Fall war.
Was würdest Du jemandem antworten, der die DTM nicht als sportliche Herausforderung, sondern nur als eine Art Freizeitbeschäftigung ansieht? Ralf Schumacher: Ganz einfach: Selbst der zweifache Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen hat in der DTM erfahren, wie groß die Herausforderung hier ist. Ich durchlaufe diese Phase gerade und meiner Meinung nach ist die Herausforderung für uns sogar größer, ein DTM-Auto schnell zu fahren als ein Formel 1-Auto. Ansonsten ist die DTM viel näher an den Fans dran und man könnte sagen, dass ich somit wieder zu der Basis zurückkehre, als ich bereits vor 15 Jahren in der Formel 3 im Rahmen der DTM gefahren bin.
Verspürst du einen Druck, gewinnen zu müssen, weil Du in einer aktuellen C-Klasse gefahren bist? Ralf Schumacher: Von Außen verspüre ich keinen Druck. Selbst habe ich natürlich eine eigene Erwartungshaltung und die habe ich zugegebenermaßen bislang noch nicht erfüllt.
Du wirst gerne als Zugpferd der DTM bezeichnet. Wie gefällt Dir diese Bezeichnung? Ralf Schumacher: Das freut mich zu hören, aber ich sehe das nicht so. Klar, ich bin gerne hier und wurde mit offenen Armen empfangen, deswegen leiste ich gerne meinen Beitrag dazu, die DTM noch etwas bekannter zu machen und für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Denn angesichts der Leistungen der Fahrer und des Engagements der Verantwortlichen verdient die DTM diese Aufmerksamkeit auf jeden Fall. Persönlich sehe ich mich aber nicht als Zugpferd, die DTM würde bestimmt auch sehr gut ohne mich auskommen – das hat sie ja über zwei Jahrzehnte bewiesen.
Quelle: Motorsport-Magazin.Com ( Auszug eines Interviews ) 01.09.2009
Das volle Potenzial ausschöpfen
2008 holte Ralf Schumacher mit Platz acht auf dem Nürburgring seinen ersten Punkt. In seinem zweiten DTM-Jahr versucht er das volle Potenzial auszuschöpfen.
Motorsport-Magazin.com - Ihre erste DTM-Saison war kein Triumphzug, sondern eher ein Lehrjahr. Was macht es so schwierig, ein DTM-Fahrzeug zu bewegen? Ralf Schumacher: 2008, in meinem ersten DTM-Jahr, startete ich im Jahreswagen und die damalige Gewichtseinstufung hatte es uns Fahrern in der 2008er C-Klasse nicht wirklich leicht gemacht, vorne dabei zu sein. Prinzipiell ist die DTM aber ein großer Unterschied zur Formel 1: Zum einen ist das DTM-Auto rund 400 kg schwerer und hat etwa 250 PS weniger Leistung als ein Formel-1-Wagen, damit ist das Fahrverhalten deutlich anders. Auch muss man mit einem DTM-Auto deutlich runder fahren und den Speed mit in die Kurve nehmen. Ich bin in meinem zweiten Lehrjahr noch dabei, das volle Potenzial der C-Klasse auszuschöpfen.
In diesem Jahr zeigt die Formkurve nach oben - doch nun sind es die Piloten der Vorjahresautos, die den Top- und Mitfavoriten einen Strich durch die Rechnung machen. Ist die DTM 2009 noch einmal anspruchsvoller geworden? Schumacher: In dieser Saison ist die Gewichtseinstufung der Jahreswagen zu den 2009er Modellen von Anfang an anders eingeteilt worden, dadurch haben nun auch die Fahrer in den 2008er Autos gute Chancen vorne dabei zu sein - wie zuletzt mein Mercedes-Teamkollege Jamie Green mit seinem Sieg auf dem Norisring gezeigt hat. Das Fahrer-Niveau ist aber seit Jahren schon wirklich sehr stark in der DTM. Ich finde, die Zuschauer vor Ort an der Rennstrecke und zu Hause an den Fernsehgeräten werden bestens unterhalten und sehen spannendsten Motorsport.
Mit Paul Di Resta haben Sie einen mehr als elf Jahre jüngeren Teamkollegen, für den es in dieser Saison gar nicht schlecht läuft. Was herrscht da vor? Der Konkurrenzkampf à la F1 oder Teamwork? Schumacher: Klar versucht jeder schneller als der Teamkollege zu sein. Wir DTM-Fahrer bei Mercedes helfen uns aber alle gegenseitig, jeder schaut sich die Daten der anderen an, und wir tauschen uns gegenseitig aus - Geheimnisse hat keiner vor dem anderen. Einzelkämpfer würden in der DTM nicht weit kommen, davon bin ich überzeugt.
Die alte Heimat Kerpen ist vom Nürburgring eigentlich nur einen Katzensprung weit entfernt. Mit ihrer Familie leben Sie in der Nähe von Salzburg. Verbinden Sie trotzdem nach wie vor "Heimatgefühle" mit dem Ring? Schumacher: Meine Ehefrau Cora kommt aus der Region von Düsseldorf und viele unserer Freunde und Bekannte wohnen auch rund um Kerpen, daher sind wir schon noch ziemlich häufig in der alten Heimat, auch wenn Salzburg mittlerweile unser Lebensmittelpunkt ist. Wir kommen immer wieder gerne hier in die Gegend. Und ich freue mich schon darauf, vor vielen Zuschauern und unseren Bekannten vor Ort mein Heimrennen auf dem Nürburgring zu fahren.
Fragen von Dominik Ignée, veröffentlicht am 14.05.2009
Stuttgart - Am Sonntag startet die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft (DTM) in die neue Saison. In Hockenheim bekommt der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Ralf Schumacher eine neue Mercedes-C-Klasse. Damit sind Erwartungen verknüpft, die der 33-Jährige nicht zu hoch hängen will. "Ich bin noch weit entfernt von der Erfahrung, die die Jungs und Mädels in der DTM bereits haben", sagt er im Gespräch mit Dominik Ignée.
Weitere Artikel zum Thema "Motorsport"Herr Schumacher, was macht ein DTM-Fahrer in sieben Monaten Pause?
Die Freizeit genießen.
Das klingt ja fabelhaft.
Nein, mal im Ernst: wir hatten ein paar Tests, aber die Anzahl der Testtage war schon noch sehr überschaubar. Dazu gab es einige Marketing- und PR-Veranstaltungen. Und dann gibt es ja immer noch ein paar andere Dinge zu tun: privat wie geschäftlich.
Geschäftlich?
Ich habe eine Kartbahn und Immobilien, um die ich mich gerne kümmere. Und dann kommt da noch der Bootsbau hinzu.
Bootsbau?
Ich arbeite in diesem Bereich mit Albert Drettmann zusammen, einem Freund und Sponsor in der DTM von mir. Er ist auf Yachtbau spezialisiert. Wir kümmern uns gemeinsam um das Design, die Innenausstattung und die technische Ausstattung. Unser letztes "Baby" ist vor kurzem auf einer Bootsmesse verkauft worden. Jetzt arbeiten wir wieder an einem neuen Projekt.
Und was macht die eigene Yacht?
Ich habe mein Boot verkauft, und zurzeit eigentlich mehr Freude am Planen und Bauen. Außerdem ist unser Sohn jetzt in der Schule. Da haben meine Frau und ich nicht mehr die Zeit, um auf die Yacht zu gehen.
Aber Ihr Flugzeug, das haben sie noch.
Na ja, Flugzeug ist ein bisschen übertrieben. Es handelt sich um eine einmotorige Propellermaschine, mit der ich heute selbst von Salzburg nach Stuttgart geflogen bin. Eine spontane Entscheidung: das Wetter war so gut. Und damit natürlich auch die Sicht.
2008 haben Sie einen Schnupperkurs absolviert. Nun bekommen Sie statt eines Jahreswagens eine neue C-Klasse. Ist ein Sprung in der DTM-Fahrerwertung Pflicht?
Wir müssen erst abwarten, wo meine drei Teamkollegen und ich stehen. Klar ist: wenn man in einem neuen Auto sitzt, sollte man idealerweise um Punkte, Podiumsplätze und Siege mitfahren können. Und das Ziel müsste sein, irgendwann auf vergleichbarem Niveau mit den Teampartnern zu fahren. Dass mir das von Anfang an gelingen wird, ist nicht gerade realistisch - dafür haben die Kollegen sehr viel und ich sehr wenig Erfahrung. Doch im Laufe der Saison sollte es passieren.
Das Lehrjahr ist vorbei?
Auch wenn ich jetzt tatsächlich ein sogenanntes Lehrjahr hatte, bin ich noch weit entfernt von der Erfahrung, die die Jungs und Mädels in der DTM bereits haben, die fahren hier nämlich fast alle schon seit einigen Jahren mit. Es gibt nichts Härteres und Anspruchsvolleres im Motorsport als die DTM.
Kann es sein, dass man als ehemaliger Formel-1-Rennfahrer so einen Rückstand im geschlossenen Auto nie aufholen kann?
Wenn ich nicht ernsthaft das Gefühl hätte, dass es funktionieren könnte, würde ich jetzt nicht meine zweite DTM-Saison bestreiten. An Bernd Schneider heranzukommen, der 20 Jahre im Tourenwagen saß, ist wahrscheinlich unmöglich; und seine Erfolge dürften auf Jahre Rekorde bleiben. Ob ich zu Paul Di Resta oder Gary Paffett und Bruno Spengler aufschließen kann, die schon seit drei, vier oder fünf Jahren mitmachen, muss sich zeigen. Ziel ist, die Lücke zu ihnen zu schließen und den einen oder anderen Erfolg zu holen. Dann bin ich happy.
Ihr Bruder Michael sagt: wir Schumachers taugen nicht für den Tourenwagensport.
Und Motorradfahren können wir auch nicht, das hat Michael ja schon nachdrücklich bewiesen. Nein, Spaß beiseite: ich denke, mein Bruder spricht da für sich und nicht für mich, weil er es hinsichtlich meiner Person ja nicht beurteilen kann. Wir haben mal bei BMW über einen Einsatz bei den 24 Stunden von Le Mans nachgedacht. Da bin ich mit einem Sportwagen probehalber gefahren, bin ausgestiegen und habe gesagt: Das hat keinen Sinn für mich. Im DTM-Tourenwagen war das auf Anhieb etwas anderes.
Begibt sich Ihr Bruder nicht in Gefahr? Er fällt ja immer öfter vom Motorrad.
Es ist beim Zweirad nun einmal so, dass man im Gegensatz zum Vierrad rechts und links, vorne oder hinten runterfallen kann. Ich selbst würde so etwas nicht tun. Ich hätte es lieber, wenn Michael mit mir und gegen mich im DTM-Wagen fahren würde, ich wüsste ein prima Team für ihn. Das wäre eine schöne Sache. Aber es reizt ihn nicht.
Hat die Automobilkrise Folgen für die DTM oder die Fahrergehälter?
Grundsätzlich ist es so, dass das Gehaltsgefüge in der DTM schon vor der Krise angepasst war und hier bereits seit vielen Jahren sehr kosteneffizient agiert wurde. Das wurde jetzt noch einmal verbessert, indem man die Veranstaltungswochenenden gekürzt und die Regeln weiter geändert hat. Und was die Fahrer betrifft, so ist das Gehaltsgefüge sicherlich für alle zufriedenstellend - auch wenn es keine Fabelgehälter gibt. Die Piloten haben wegen der Krise aber trotzdem auf das eine oder andere verzichtet.
Was meinen Sie mit verzichten?
Da geht es um Hotel- und Ticketbuchungen. Wir versuchen, uns etwas anzupassen und zu helfen. Auf Details kann ich wegen der vertraglich festgelegten Verschwiegenheitspflicht aber nicht eingehen. Tut mir leid.
Haben Sie persönlich auch Schaden gehabt durch die Bankenkrise?
Wie viele andere habe auch ich Federn lassen müssen.
Haben Sie viel Geld verloren?
Einen Grund zur Beunruhigung sehe ich nicht, ich bin mit einem blauen Auge davongekommen. Wir können aber alle nur hoffen, dass sich die Situation bald entspannt.
Ist die DTM für Sie Freizeitbeschäftigung oder sportliche Herausforderung?
Ganz klar eine sportliche Herausforderung - eine ganz große sogar, alles andere wäre fatal. Allerdings kann ich das Ganze bestimmt etwas lockerer sehen, und das ist ein Vorteil für mich. Wenn man etwas ruhiger an eine Situation herangehen kann und sich nicht so unter Druck setzen muss, ist das positiv. Wenn man es außerdem gewohnt ist, sein Leben lang Rennen zu fahren, fehlt einem das plötzlich - so ging es mir nach der Formel-1-Karriere. Die DTM ist gut für mich. Ich fahre weiter Rennen und kann versuchen, mich zu verbessern. Das ist überaus reizvoll.
Reizt Sie auch noch die Jagd?
Nur noch ab und zu. Die meiste Freizeit verbringe ich mit meinem Sohn. Wir gehen zum Kartfahren, Angeln, Skifahren im Winter oder ich helfe ihm bei den Hausaufgaben.
Offenbart sich beim Kartfahren das Schumacher'sche Talent?
So weit sind wir noch nicht. Noch machen wir es nur so zum Spaß.
Ralf Schumacher: "Es wird sicher nicht leicht"
12. Mai 2009 - 18:33 Uhr
Ralf Schumacher im großen Interview: Über größeren Druck, finanzielle Abstriche, Bruno Senna und Sebastian Vettel und die Kritik an Bruder Michael
Frage: "Du fährst in deiner zweiten DTM-Saison eine aktuelle Mercedes C-Klasse. Ist die Freude größer als vor einem Jahr?" Ralf Schumacher: "Die Vorfreude auf die in ein paar Tagen beginnende DTM-Saison ist auf jeden Fall größer. Erstens war die Winterpause doch sehr lang, und zweitens habe ich mit der aktuellen C-Klasse nun auch die Möglichkeit, vorne mitzufahren. Gleichzeitig spüre ich jedoch auch mehr Druck von außen, davon lasse ich mich aber nicht aus der Ruhe bringen. Ich wünsche mir, dass am Ende der Saison viele sagen, dass es die richtige Entscheidung war, in der DTM weiterzumachen."
Frage: "Jetzt werden Punkte und Podestplätze von dir erwartet. Spürst du schon den Druck?" Schumacher: "Die Erwartungshaltung in einer aktuellen Mercedes C-Klasse ist größer, ganz klar. Daher ist natürlich auch der Druck, den ich mir selbst mache, größer. Man sollte jedoch realistisch bleiben: Es ist zwar ein neues Auto, aber meine bisherigen Tourenwagen-Erfahrungen sind nicht vergleichbar mit denen meiner direkten Konkurrenten, die schon seit Jahren in der DTM an den Start gehen. Ich hoffe, dass man mir ein bisschen Zeit gibt, mich weiter in die DTM einzugewöhnen, weil es am Anfang sicherlich nicht leicht werden wird."
Frage: "Du kennst jetzt alle DTM-Strecken. Was ist dein Lieblingsrennen?" Schumacher: "Eigentlich gefallen mir alle. Die einzige Strecke, die ich nicht ganz so gut in Erinnerung habe, ist Brands Hatch."
Frage: "Du hast selbst immer wieder gesagt, dass 2008 dein Lehrjahr in der DTM war. Was hast du alles gelernt?" Schumacher: "Zuerst mal habe ich den Komplex DTM neu kennen lernen müssen: die Menschen, die dort arbeiten, und natürlich einen komplett neuen Aufgabenbereich, ein neues Auto und zudem einige Rennstrecken, die ich noch nie zuvor gesehen habe - komischer Weise."
Frage: "Was war für dich die größte Umstellung von der Formel 1 zur DTM?" Schumacher: "Mir wieder einen wesentlich runderen Fahrstil anzugewöhnen, weil ein DTM-Auto rund 400kg schwerer ist als ein Formel 1-Auto und ungefähr 250 PS weniger Leistung hat. Man muss besonders darauf achten, dass man genug Schwung aus den Kurven mitnimmt."
Das Image wurde aufpoliert
Frage: "In der DTM gehörst du plötzlich zu den Publikumslieblingen. Wie erklären Sie sich diesen Imagewandel?" Schumacher: "Wow, bin ich das wirklich? Die Zusammenarbeit in der DTM, mit dem Team und auch mit Mercedes- Benz macht mir sehr viel Spaß. Ich genieße eine sehr professionelle Betreuung im Haus. Diese hat sicherlich dazu beigetragen, mein Image in der Öffentlichkeit aufzupolieren und ich muss sagen, mir macht das richtig Freude."
Frage: "Was macht für dich den Reiz an der DTM aus?" Schumacher: "In einem komplett anderen Umfeld als in der Formel 1, unter völlig anderen Voraussetzungen zu versuchen, der Schnellste zu sein. Dabei ist hervorzuheben, dass jeder meiner drei Teamkollegen die gleichen Voraussetzungen hat. Vier gleiche Autos: man muss sich selbst an die Nase fassen, wenn es nicht funktioniert."
Frage: "Wirst du deine Karriere in der DTM beenden oder hast du noch Träume? Was wäre mit einem Le-Mans-Start?" Schumacher: "Über ein Karriere-Ende denke ich noch nicht nach. Ich fühle mich absolut wohl in der DTM und bei Mercedes und ich hoffe, dass ich in der DTM-Saison 2009 schnell genug bin. Dann wird man sehen, wo die Reise hinführt. Le Mans ist momentan überhaupt nicht mein Traum, ganz im Gegenteil."
Senna und Wirtschaftskrise
Frage: "Bruno Senna wäre um ein Haar dein Teamkollege geworden. Bedauerst du es, dass es nicht geklappt hat?" Schumacher: "Es wäre sicherlich toll gewesen für die DTM, einen so großen Namen und ein großes Talent mehr hier zu haben. Aus diesem Grund ist es sicherlich zu bedauern. Jedoch muss ich zugeben, dass ich Bruno Senna persönlich noch nicht kennen gelernt habe und seine Performance auf der Strecke nicht einschätzen kann."
Frage: "Die Wirtschaftskrise ist überall zu spüren. Musstest auch du Abstriche in Kauf nehmen?" Schumacher: "Es wird überall gespart, wo es sinnvoll ist. Und ich finde das gar nicht so schlecht, wenn alle noch effizienter auftreten und dafür Racing noch stärker betont wird. Wir alle stehen in der Verantwortung, das zu erhalten, was uns - und vor allem den Zuschauern - Freude macht: nämlich spannender Motorsport."
Frage: "Du wohnst seit vielen Jahren in Salzburg. Wird es irgendwann ein Zurück nach Deutschland geben?" Schumacher: "Meine Frau, mein Sohn und ich fühlen uns in Salzburg sehr wohl, daher stellt sich diese Frage für uns derzeit nicht. Aber natürlich könnte es durchaus möglich sein, dass wir irgendwann wieder nach Deutschland zurückkommen."
Frage: "Was ist für dich ein rundum perfekter Tag?" Schumacher: "Wenn ich abends genauso zufrieden ins Bett gehen kann, wie ich aufgestanden bin."
Formel 1 eher abgehakt
Frage: "Sebastian Vettel ist erst 21 Jahre alt und mischt derzeit die Formel 1 auf. Traust du ihm in dieser Saison den WM-Titel zu?" Schumacher: "Sebastian hat auf jeden Fall das Potenzial, um den WM-Titel zu fahren. Das Red-Bull-Team stellt ihm auch dafür derzeit das richtige Auto zur Verfügung."
Frage: "Mal ehrlich: Hast du in den vergangenen Monaten nie von einem Formel-1-Comeback geträumt, vielleicht als Teamkollege von Lewis Hamilton im Silberpfeil?" Schumacher: "Geträumt habe ich davon nicht. Wenn ich jedoch ein gutes Team fände, mit guten Voraussetzungen, würde ich sicherlich darüber nachdenken. Aber da die Zeit nicht stehen bleibt, wird das wohl eher nicht realistisch sein."
Frage: "Die vermeintlichen Außenseiter dominieren in der Formel 1, die Favoriten fahren hinterher. Hast Du als Experte mit dieser neuen Rollenverteilung gerechnet?" Schumacher: "Nein, sicherlich nicht - auch ich habe das wie wohl kaum jemand so erwartet. Mit der Reglements-Änderung wollte man den kleineren Teams mehr Chancen geben, nach vorn zu kommen. Die gegenwärtige Entwicklung ist spannend, war nicht abzusehen, aber das Kräfteverhältnis wird sich auch wieder ändern."
Frage: "Dein Bruder Michael musste nach dem Ferrari-Fehlstart viel Kritik einstecken. Zu Unrecht?" Schumacher: "Auf jeden Fall zu Unrecht. Michael war gar nicht in der Position, solche Entscheidungen zu treffen. Es handelte sich um eine Fehlinformation, anzunehmen, er sei verantwortlich, die man ja aber mittlerweile klargestellt hat."
Frage: "Warum tut er sich das alles überhaupt noch an anstatt das Leben mit seiner Familie zu genießen?" Schumacher: "Unser Leben ist seit Kindheit vom Motorsport bestimmt. Und das ist natürlich bei Michael genauso wie bei mir."
Frage: "Wirst du deinen Bruder Michael in diesem Jahr zu einem DTM-Rennen einladen?" Schumacher: "Eingeladen ist er natürlich jederzeit, aber ich glaube nicht unbedingt, dass er kommen wird. Er hat ja selbst sehr viel um die Ohren. Zudem steht Michael ja nicht so gerne im Blickpunkt der Öffentlichkeit."
Quelle: Motorsporttotalcom
Ralf verteidigt Lügner Hamilton
Die Affäre um Mercedes-Weltmeister
Silberpfeil-Sportdirektor David Ryan flog raus, weil er den Weltmeister zur Lüge bei den drei Regelwächtern des Weltverbandes Fia anstiftete.
Ex-Formel-1-Star Ralf Schumacher (33) moderiert an diesem Wochenende in Malaysia als Experte für RTL (als Ersatz für Niki Lauda, Hüft-OP). Er erklärt, wie sich ein Fahrer vor dem Fia-Gericht fühlt.
BILD am SONNTAG: Herr Schumacher, Hamilton hat gelogen, wurde bestraft und hat sich entschuldigt. Haben Sie auch mal vor Regelwächtern gelogen?
RALF SCHUMACHER: Ich würde nicht sagen können, dass ich in meiner aktiven Zeit in so einer Situation nicht auch so gehandelt hätte. Du schließt dich mit dem Team kurz. Und im Einklang mit ihm, sagst du dann, was du zu sagen hast.
Wie läuft so eine Verhandlung ab?
Das ist eine schwierige Situation für einen Fahrer. Du steigst aus dem Auto, hast nur das Rennen im Kopf. Dann kommt dein Teammanager und gibt dir Bescheid, dass du zu den Regelwächtern musst. In aller Schnelle wird dir erklärt, worum es überhaupt geht. Und natürlich haben wir uns dann immer kurz abgesprochen.
Und an diese Anweisungen hält sich der Fahrer auch?
Klar. Eigentlich bist du als Fahrer doch der einzige, der nichts zu verbergen hat. Aber es sind jedesmal drei andere Regelwächter und sie sind jedesmal verschieden kompetent. Und auch nicht immer unbefangen.
Haben Sie ein Beispiel?
Zu meiner Zeit gab es einen Kinobesitzer aus Indien unter den Regelwächtern. Es gab mal eine Situation in Hockenheim. Kimi Räikkönen ist mir beim Start in die Seite reingefahren. Es hieß, ich habe den Crash mit Absicht forciert. Dann komme ich zu den Stewards und sage einfach die Wahrheit. Ich habe nach vorne geschaut. Ich habe Kimi nicht gesehen. Er war seitlich hinter mir. Und der Inder? Sagt, ich sei arrogant gewesen und hätte nicht den Ansatz von Reue gezeigt.
Wie verhält man sich richtig?
Teilweise musst du sagen: Sorry, sorry, sorry. Obwohl du nicht schuld bist. Nur um sie nicht sauer zu machen. Das kann es doch auch nicht sein. Es ist aber nicht zu entschuldigen, dass jemand lügt. Auf der anderen Seite, wird Lewis sicherlich nicht der erste gewesen sein. Das war für ihn eine doofe Situation.
Wie steht es jetzt um seinen Ruf?
Ich sehe das nicht zu tragisch. Lewis hat die Konsequenz gezogen. Sich öffentlich entschuldigt. Geradezu die Hosen auf dem Marktplatz runtergelassen. Da muss jetzt ein Schlussstrich drunter.
Sie kritisieren die Regelwächter. Wäre das ein Job für Sie?
Nee! Das ist kein einfacher Job. Da machst du dich immer bei irgendjemand unbeliebt. Es sollte aber im Sinne des Sports Ordnung einkehren.
Das heißt?
Den Wunsch nach permanenten Regelwächtern, die vielleicht auch mal selbst Rennsport getrieben haben. Es gab ihn schon zu meiner Zeit, wurde aber immer abgelehnt: Vielleicht ist das eine Frage des Geldes oder der Bestechlichkeit ..
Quelle: Bild am Sonntag
Zweites Lehrjahr für Ralf Schumacher
Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Ralf Schumacher absolviert in diesem Jahr seine zweite DTM-Saison für Mercedes-Benz. In der nächsten Stufe seiner Tourenwagen-Ausbildung startet der Kerpener in einem aktuellen, siegfähigen Auto. Im Interview mit dem DTM-Magazin spricht der 33-Jährige über die gemachten Erfahrungen und die gestiegenen Erwartungen.
Steigt auch 2009 in ein DTM-Cockpit: Ralf Schumacher
Herr Schumacher, schön, Sie auch 2009 in der DTM begrüßen zu dürfen. Und dann noch in einem aktuellen Auto. Von welcher Seite kamen die Impulse, in die 2009er C-Klasse zu wechseln? Es bestand sowohl von Mercedes-Benz als auch von mir aus ein Interesse, unsere Zusammenarbeit fortzusetzen. Mein Wunsch war es dabei natürlich, in einem siegfähigen Auto zu sitzen.
Neues Auto, neue Herausforderungen. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat bei der Pressekonferenz zu Ihrer Verpflichtung gesagt, er erwarte regelmäßig Punkte von Ihnen. Das ist sein und mein Wunsch. Aber Norbert weiß genauso wie ich, dass 2009 grundsätzlich alle DTM-Starter in die Punkte fahren können, was ja genau die Wettbewerbsdichte der Serie beschreibt.
Wir hoffen aber 2009 auf den ersten Schumacher-Sieg in der DTM. Ziel für 2009 sind erst mal Punkteränge.
Medien und Zuschauer werden womöglich trotz dieser zurückhaltenden Zielsetzung eine andere Erwartungshaltung an einen ehemaligen F1-Star haben und Siege erwarten Von mir aus gleich in Hockenheim - aber wie gesagt, das denke ich nicht. Ich lasse mich davon jetzt aber nicht aus der Ruhe bringen. Unsere Ziele sind klar formuliert, und ich werde mein Bestes geben, um sie zu erreichen. Wenn mehr geht - umso besser.
In Ihr Lehrjahr 2008 sind Sie nach eigener Aussage mit „null Erwartungen“ gestartet. Was ist - sowohl negativ als auch positiv - unterm Strich hängen geblieben? Zu negativ, muss ich sagen, fällt mir gar nichts ein. Es war ein Lehrjahr, daher war ich nicht enttäuscht, wenn es einmal nicht so gut lief. Aber ich habe mich gefreut, wenn Qualifying oder Rennen okay waren, so wie beispielsweise am Nürburgring. Meine innere Bilanz meines ersten DTM-Jahres ist durchweg positiv, auch wenn es sicher andere Meinungen gibt.
Was werden Sie denn auf jeden Fall anders machen als 2008? Nicht neben Katherine Legge in die erste Kurve fahren (spielt lachend auf den Startcrash in Le Mans an). Im Ernst: Ich kann mich spontan an keinen schwerwiegenden Fehler erinnern, aber natürlich will ich mich steigern und möglichst im vorderen Drittel dabei sein.
Aber irgendetwas wird es doch geben, das besser zu machen ist. Bessere Platzierungen und damit mehr Punkte natürlich...
Fahrer, Teams und Offizielle sprechen gern von der speziellen Atmosphäre in der „DTM-Familie“. Was soll man sich als Außenstehender darunter vorstellen? Ganz einfach: Auf der Strecke geht man ans Limit, kämpft um jeden Zentimeter, jedes Tausendstel, aber abends sitzt man zusammen und ist entspannt. Gerade dieses kollegiale, teilweise sogar freundschaftliche Miteinander abseits der Rennstrecke war neu für mich. In der Formel 1 hat es das nur stundenweise gegeben, als sich jahrelang am Sonntagabend nach den Rennen eine kleine Gruppe mit meinem Bruder, Mario Theissen, Norbert Haug und mir getroffen hat.
Im Fokus: Ralf und Cora Schumacher
Fühlen Sie sich denn nach einem Jahr schon als vollwertiges Mitglied dieser DTM-Familie? Ich fühle mich hier zu Hause, aber mit Sicherheit kann man das erst nach ein paar Jahren sagen. Aber ich fühle mich auf jeden Fall sehr, sehr wohl bei Mercedes und als voll akzeptiert in der DTM.
War dieses Wohlfühlen ein wichtiger Faktor für Sie, in der DTM bleiben zu wollen? Neben der sportlichen Herausforderung ein ganz entscheidender.
Das Geld also nicht? Definitiv nicht. Das Geld war mir ziemlich egal. Die DTM macht mir einfach Spaß und ist eine immense sportliche Herausforderung.
Quelle: DTM.com
Schumacher im Interview: "Fühle mich in der DTM pudelwohl"
11. Februar 2009 - 12:10 Uhr
Mercedes-Pilot Ralf Schumacher im Interview über seine Vertragsverlängerung, das Fahren in der DTM und Angebote aus der Formel 1
(Motorsport-Total.com/sid) - Ralf Schumacher wird auch 2009 in der DTM an den Start gehen und dem Publikum somit für mindestens ein weiteres Jahr erhalten bleiben. Der ehemalige Formel-1-Fahrer konnte sogar eines der begehrten Neuwagen-Cockpits bei Mercedes ergattern und möchte in der anstehenden Saison durchaus um vordere Positionen mitkämpfen. Damit bleibt man bei Mercedes dem ursprünglichen Vorhaben treu, Schumacher nach einem Lehrjahr in den Neuwagen zu befördern. Schumacher freut's.
Frage: "Ralf, du setzt deine Karriere fort und fährst auch in diesem Jahr für Mercedes in der DTM. Warum?" Ralf Schumacher: "Ausschlaggebend war, dass ich mich in der DTM pudelwohl fühle - in der Serie genauso wie auch bei Mercedes-Benz. Das war eine Super-Saison, und ich hatte viel Spaß."
Rücktritt war kein Thema
Frage: "Wann ist die Entscheidung gefallen?"
Schumacher: "Als von Mercedes das Angebot kam, in dieser Saison eine aktuelle C-Klasse Baujahr 2009 zu fahren. Da konnte ich nicht nein sagen. Jetzt habe ich zumindest theoretisch die Chance, um Podestplätze, vielleicht sogar Siege zu fahren. Wie das in der Praxis aussieht, müssen wir erst mal abwarten."
Frage: "Gab es irgendwann die Überlegung, den Helm an den Nagel zu hängen?"
Schumacher: "Nein, absolut nicht. Das war nie ein Thema. Dafür liebe ich das Rennfahren zu sehr. Außerdem wollten beide Seiten weitermachen. Es gab noch einige Dinge zu klären, deshalb hat es etwas länger gedauert. Aber intern war klar, dass es weitergeht."
Frage: "Hättest du deine Karriere auch in einem 'Gebrauchtwagen' fortgesetzt?" Schumacher: "Ganz ehrlich: Ich habe keine Bedingungen gestellt. Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug und für mich stand fest: Wenn es weitergeht, dann in einem Auto, in dem es möglich ist, um vordere Plätze zu kämpfen."
Schumacher an der 'Basis des Motorsports'
Frage: "In einem aktuellen Rennauto wird aber auch wesentlich mehr von dir erwartet..." Schumacher: "Den größten Druck macht man sich immer selbst, weil man allen beweisen will, dass man in so einem Auto schnell fahren kann. Zunächst sind die eigenen Teamkollegen meine Messlatte. Auf einem vergleichbaren Niveau zu fahren, das ist erst einmal mein Ziel."
Frage: "Welche Laufzeit hat dein neuer Vertrag?" Schumacher: "Grundsätzlich möchte ich mich nicht zu Vertragsinhalten äußern, nur soviel: Wir denken längerfristig. Allerdings immer nur solange wie es Sinn macht. Wenn ich nicht schnell genug bin, würde ich von mir aus schon sagen: Okay das war's. Ich glaube, so fair muss man sein."
Frage: "Was ist der größte Unterschied zwischen der Formel 1 und der DTM, abgesehen von den Autos?" Schumacher: "In der DTM kommt man wieder zurück zur Basis des Motorsports. Das merkt man schon, wenn man das Fahrerlager betritt. In der DTM ist alles viel entspannter. Man hat hautnahen Kontakt zu den Fans - und das ist in der Formel 1 nicht möglich. Die DTM bietet ein Umfeld, in dem es mir wieder mehr Spaß macht, Rennen zu fahren."
Frage: "Hast du insgeheim darauf gehofft, dass doch noch mal ein Angebot aus der Formel 1 kommt?" Schumacher: "Da bin ich zu sehr Realist. Da die drei Jahre bei Toyota für mich alles andere als erfolgreich waren und die Zeit nicht still steht, ist nicht mehr davon auszugehen, dass Angebote kommen, die für mich Sinn machen. Es gab Offerten, aber von Teams, bei denen man erst gar nicht überlegt, ob man das machen möchte."
18.09.2008
Schumacher: "Ich muss beim Speed noch zulegen"
Nach elf Jahren in der Formel 1 wechselte Ralf Schumacher im Winter in die DTM. Im Interview zieht er eine Zwischenbilanz.
Schumi II fuhr 180 GP, siegte bei sechs
Was ist der größte Unterschied zwischen der DTM und der Formel 1. Was bereitet Ihnen noch meisten Schwierigkeiten? Die DTM-Autos haben mehr Gewicht und weniger Leistung als ein Formel 1-Auto und ich hab jetzt ein Dach über dem Kopf. Man darf in der DTM nicht über das Limit gehen, denn sonst ist man sofort langsamer. Zudem muss ich noch viele Strecken und deren Besonderheiten lernen.
Haben Sie noch Berührungsängste? In der DTM wird schon mal mit Karosseriekontakt gefahren. Ich glaube schon, dass ich mich ganz gut an die Zweikämpfe gewöhnt habe. Solche Situationen gibt es immer wieder in den Rennen, aber ich fühle wohl ganz wohl dabei.
Regen-Rennen Nürburgring: erster DTM-Punkt
Was war für Sie der bisherige Saisonhöhepunkt? Vom Ergebnis natürlich das Nürburgring-Rennen, wo ich zum ersten Mal in die Punkte gefahren bin. Aber es gab auch viele andere schöne Wochenenden. Norisring mit der tollen Atmosphäre und einem bis zum Ausfall guten Rennen zum Beispiel. Oder auch Oschersleben. Speziell die Rennen, in denen ich meinen Rhythmus gefunden und mich im Auto wohl gefühlt habe. Denn dann war ich eigentlich immer ganz gut dabei.
Warum lief es am Nürburgring so gut? Dort waren Sie eigentlich das ganze Wochenende über in den Top-Ten zu finden und am Ende gab es den ersten Punkt. Zum einen liegt die Strecke meiner letztjährigen AMG Mercedes C-Klasse und auch mir ganz gut. Zum anderen war es einer der wenigen Kurse, den ich gut kannte. Dort ist die Ideallinie im Tourenwagen – anders als zum Beispiel in Hockenheim – eine ähnliche wie in der Formel 1. Bei den anderen Rennen war oft das Problem, dass ich von ziemlich weit hinten gestartet bin und es dann immer schwierig ist, nach vorn zu fahren.
Können Sie noch etwas von Ihrem Teamchef Peter Mücke lernen, der schon seit 30 Jahren im Motorsport aktiv ist? Peter Mücke ist ein toller Mensch, es macht Spaß für ihn zu fahren. Er geht zum Beispiel an die Strecke, schaut sich die Linien der Fahrer an und gibt einem dann entsprechende Tipps.
Sind die Arbeitsabläufe in der DTM mit denen der Formel 1 vergleichbar? Konnten Sie da etwas von Ihrer Erfahrung einbringen? Mein Team Mücke Motorsport arbeitet extrem professionell. Daher ist es eher so, dass ich viel lerne. Ich fahre ja einen Jahreswagen und profitiere daher von den gesammelten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr. HWA unterstützt uns dabei auch sehr. Das Feedback des Fahrers ist natürlich gefragt, aber nicht von ganz so großer Wichtigkeit wie bei einem aktuellen Auto.
Ausrutscher gehören zum Lernprozess dazu
Was rechnen Sie sich für den Rest der Saison noch aus? Gibt es etwas, das Sie noch erreichen wollen? Ich will vor allem weiter viele Erfahrungen sammeln und unbedingt auch noch einen Tick schneller werden.
Schumacher: "Bin schon noch eher Lehrling"
11. September 2008 - 09:47 Uhr
Ralf Schumacher im Exklusivinterview über die familiäre Atmosphäre in der DTM, seine Fortschritte als Fahrer und den Wunsch nach mehr Testtagen
Fühlt sich in der DTM wohler als in der Formel 1: Ralf Schumacher
(Motorsport-Total.com) - Elf Jahre lang war Ralf Schumacher ein fester Bestandteil des Formel-1-Zirkus, doch Ende 2007 fand er kein neues Cockpit mehr. In der DTM ist er drei Rennen vor Schluss mit einem Punkt Gesamt-15. Doch Spaß am Rennfahren hat der 33-Jährige mehr denn je, auch wenn er natürlich am liebsten regelmäßig gewinnen würde.
'Motorsport-Total.com' traf Schumacher zum Interview, in dem er durchaus Interesse daran signalisierte, in der DTM weiterzumachen. Derzeit sieht er sich noch als Lehrling im Tourenwagen, doch darauf war sein Premierenjahr im Jahreswagen des Mücke-Teams ja ohnehin von Anfang an ausgelegt. Klar ist aber auch: Sollte er in der DTM bleiben, dann will er früher oder später in einem aktuellen Fahrzeug sitzen...
Familiärer als die Formel 1
"Es ist extrem familiär, alle sind zugänglich - so war ich das bisher nicht gewohnt."
Ralf Schumacher
Frage: "Ralf, was hat dich seit deinem DTM-Einstieg am meisten überrascht? Womit hättest du vorher nicht gerechnet?" Ralf Schumacher: "Mich hat eigentlich die Atmosphäre hier im gesamten Fahrerlager, im Team, im ganzen Umfeld überrascht. Es ist extrem familiär, alle sind zugänglich - so war ich das bisher nicht gewohnt. Natürlich ist die DTM Motorsport auf hohem Niveau und alle sind mit größtem Einsatz und Präzision bei der Sache, aber trotzdem ist hier der Funken Menschlichkeit dabei und das macht mir eine Menge Freude."
Frage: "Es ist angenehmer für dich als in der Formel 1?" Schumacher: "Ja, auf jeden Fall."
Frage: "Würdest du dich immer noch als Lehrling bezeichnen oder gehörst du jetzt schon zu den Fortgeschrittenen?" Schumacher: "Naja, also ich bin schon noch eher Lehrling. Es gibt ja auch noch einige Dinge, die für mich neu sind, zum Beispiel die Strecken und dort dann mit dem DTM-Auto zu fahren. Dadurch, dass wir nicht testen können, fehlt mir noch Erfahrung. Deshalb ist es schon so, dass jedes Rennwochenende irgendwo ein Lernwochenende für mich ist. Und deshalb bin ich im ersten Jahr allemal in der Lehre."
Frage: "Zu Beginn der Saison hast du in Sachen Abstimmung gesagt, dass du froh bist, dass das erfahrene Team das macht. Hast du inzwischen genügend Erfahrung, um dich selbst mit einzubringen? Wenn ja, wie sieht das konkret aus?" Schumacher: "Fahrer und Team wachsen im Laufe der Saison immer weiter zusammen. Das Team macht das sehr gut. Sie hören sich die Kommentare an und setzen sie auch um, wenn nötig. Sie sagen aber auch: 'Das passt nicht ganz, was er jetzt sagt.' Das ist ja auch für uns wichtig, damit wir wissen, woran wir sind."
Interesse an neuen Strecken
"Am Hockenheimring war es sehr schwer für mich, weil der Hockenheimring zum großen Teil anders gefahren wird als mit dem Formel 1."
Ralf Schumacher
Frage: "Was ist schwieriger: Auf einem für dich ganz neuen Kurs wie jetzt in Brands Hatch zu fahren oder sich auf einem bekannten Kurs wie Nürburgring oder Hockenheim auf die DTM umzustellen?" Schumacher: "Das war interessant: Am Hockenheimring war es sehr schwer für mich, weil der Hockenheimring zum großen Teil anders gefahren wird als mit dem Formel 1. Am Nürburgring dagegen war es vom Fahrerischen her sehr ähnlich. Von daher empfindet man das sehr unterschiedlich. Eine neue Strecke ist grundsätzlich mal witzig, aber neue Strecken haben es auch in sich - wie wir ja auch in Brands Hatch gesehen haben."
Frage: "Welche Argumente würden dafür sprechen und welche Argumente dagegen, dass du nächstes Jahr weiterfährst?" Schumacher: "Das ist jetzt schwer zu beantworten. Wir müssen uns noch einmal zusammensetzen, das haben wir noch nicht getan. Es muss ja für beide Seiten Sinn machen, für Mercedes-Benz und auch für mich."
Frage: "Du bist aus der Formel 1 Dauerstress gewohnt. In der DTM ist der Terminplan nicht ganz so eng. Ist es da schwierig, nach den Pausen wieder in den Rennmodus umzuschalten?" Schumacher: "Es ist sicherlich gerade im ersten Jahr ein bisschen schwieriger - vor allem am Anfang der Saison. Man sitzt zum Teil drei oder vier Wochen lang nicht im Auto und muss sich dann wieder zurechtfinden, weil es noch nicht so in Fleisch und Blut übergegangen ist."
"Es wird jetzt ein bisschen leichter, je länger die Saison andauert. Es wäre aber dennoch schöner - auch wenn es aus Kostengründen schwierig ist -, wenn man als Newcomer durch Tests die Chance hätte, ein paar Kilometer aufzuholen. Die, die in den neuen Autos sitzen, haben ein paar Testtage und das hilft schon enorm."
Frage: "Es wäre also sinnvoll, für Newcomer zusätzliche Testtage zu genehmigen, damit sie die Chance haben, aufzuholen?" Schumacher: "Es wäre sicherlich eine tolle Sache, aber man muss dabei bedenken, dass auch ein organisatorischer und logistischer Aufwand dahinter steckt. Das Auto muss zum Test gebracht werden. Das alles sind Kosten und man muss immer abwägen, ob das sinnvoll ist."
Paffett als Messlatte
Ralf Schumacher konnte bisher immerhin schon einen Punkt einfahren
Frage: "Das wäre ein weiterer Vorteil für dich, wenn du Neuwagen fahren würdest - du könntest öfter testen..." Schumacher: "Ja, gut - grundsätzlich möchte man als Rennfahrer immer ein Stück weiter nach vorne kommen. Das soll nicht heißen, dass man es mit einem Gebrauchtwagen nicht kann. Gary Paffett hat es ja auch in diesem Jahr schon bewiesen, dass das geht, wenn alles passt. Aber natürlich möchte man als Fahrer immer die besten Voraussetzungen haben."
Frage: "Schauen wir voraus auf den Rest der Saison: Le Mans, Barcelona, Hockenheim - hast du konkrete Ziele für diese Rennen oder nimmst du es, wie es kommt?" Schumacher: "Ich lasse das auf mich zukommen. Le Mans ist ja wieder eine neue Strecke für mich. Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben."
Frage: "Du wirst bei den Rennen von vielen Journalisten umringt. Welche Frage wurde dir bisher am häufigsten gestellt - und welche nervt am meisten?" Schumacher: "Genervt hat mich keine. Die häufigste Frage war sicherlich die nach dem Unterschied zwischen Formel 1 und DTM. Aber das ist ja normal."
Frage: "Komplettiere diesen Satz: "Die DTM ist für mich..." Schumacher: "...eine tolle Rennserie, die eine Menge Spaß macht, die einiges bietet - und es wäre schön, wenn das nach außen noch viel mehr als das jetzt schon der Fall ist durchdringen würde."
Quelle: Motorsport-Total.com
16. Mai 2008, 04:00 Uhr
Ralf Schumacher: DTM professioneller als die Formel 1
Was zunächst wie ein bitterer Absturz aussah, entpuppt sich als "wirklich tolle Entscheidung". Ralf Schumachers Augen beginnen zu leuchten, wenn er "eine der schwierigsten Entscheidungen meiner Karriere" erklären soll. Vor dem vierten Rennen zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) am Sonntag (13.45 Uhr, ARD) auf dem Lausitzring sprach der ehemalige Formel-1-Pilot (180 Rennen, sechs Siege) mit WELT-Redakteur Matthias Brzezinski über seinen neuen Anlauf im Motorsport.
DIE WELT:
Herr Schumacher, Sie bekommen heute Lob für Ergebnisse, die Ihnen in Ihren letzten Formel-1-Jahren bei Toyota harte Kritik eingebracht haben. Warum ist das so?
Ralf Schumacher (32):
Das klingt jetzt etwas komisch, aber die DTM ist in dieser Hinsicht in Teilen professioneller als die Formel 1. In der DTM wird das Wesentliche wesentlich besser kommuniziert. In der Formel 1 ist man auf dem Boulevard unterwegs, da muss es knallen. Mercedes gibt in der DTM Auskunft über Probleme oder Erfolge und die Gründe dafür. Das lief bei Toyota in der Formel 1 einfach anders.
Sie erhalten Lob von Ihren Konkurrenten. Weil Sie denen noch nicht gefährlich sind, oder weil die Sie wirklich akzeptieren?
Schumacher:
Ich glaube, das läuft nach dem Prinzip: Wie es hereinschallt, so schallt es heraus. Ich habe mich von Anfang an hinten angestellt und gezeigt, dass ich lernen will. Darum auch die Entscheidung mit einem Jahreswagen anzutreten.
In Mugello war Ihre Trainingszeit gut genug für Startplatz 13. In der Saison 2007 wären Sie mit der gleichen Zeit schnellster Mercedes-Pilot gewesen. Befriedigt so ein Gedankenspiel?
Schumacher:
Da muss man ein bisschen vorsichtig sein. Vergleiche hängen von vielen Umständen ab, wenn sie wirklich aussagekräftig sein sollen. Aber es ist sicher gut zu wissen, dass man mithalten kann. Für mich zählt jede Verbesserung, und der Druck ist durch den Jahreswagen ja deutlich geringer.
Sie Sind bislang der begehrteste Fahrer bei den Fans, wenn es um Fotos oder Autogramme geht. Schön oder schön nervig?
Schumacher:
Bisher ist es angenehm, weil die Fans gelassener sind. In der Formel 1 haben sie nur selten Gelegenheit, Fahrer hautnah zu erleben, und sie haben viel Geld bezahlt. Da müssen sie manchmal schon ein wenig aggressiv sein. In der DTM haben sie mehr Zeit, ihre Wünsche zu verwirklichen.
Quelle: Die WELT
15.05.08 Ralf Schumacher bei BILD
Mein Flugzeug nenne ich Klappspaten
Von Frank Schneider und Dorothea Jantschk
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Er landete seinen Privatjet in Berlin-Tempelhof und besuchte BILD. Ralf Schumacher (32) fährt am Wochenende am Lausitzring sein viertes Rennen für Mercedes in der DTM. Vorher der Stopp im Axel-Springer-Haus.
BILD: Herr Schumacher, wie sieht Ihr neues Leben jetzt aus?
Ralf Schumacher: Ich arbeite jetzt mehr als je zuvor. Ich habe während meiner Formel-1-Zeit ein paar Investments im Immobilien-Bereich getätigt. Das habe ich nie wirklich betreut. Um diese kümmere ich mich nun zusätzlich zur DTM bei Mercedes.
BILD: Das wird Ihren Sohn David (6) aber ärgern.
chumacher: Für David habe ich mir immer schon viel Zeit genommen. An Pfingsten waren wir auf der Jagd. Es war wunderschön, die grünen Wiesen und Felder, das Wild…
BILD: Ist Ihnen etwas vor die Flinte gelaufen?
Schumacher: Wir hatten gar keine Flinte dabei. Es ging nur um David und mich. Wir waren auf einer Hütte und haben uns abends ein Lagerfeuer angezündet.
BILD: Sind Sie jetzt mehr Geschäftsmann oder mehr Rennfahrer?
Schumacher: Vom Herzen her bin ich Rennfahrer. Was die reine Zeit angeht, mehr Geschäftsmann.
BILD: Auch Ihr Bruder Michael spürt noch immer seine Rennleidenschaft. Was halten Sie davon, dass er nun sogar Meisterschafts-Rennen auf dem Motorrad mitfahren will?
Schumacher: Es ist trotzdem nur Spaß. Wenn Michael fährt, fehlen 2,5 Sekunden bis zur Spitze. Das hört sich vielleicht nicht viel an, ist aber schon gewaltig. Um mit den Profis mitfahren zu können, nicht schnell und erfahren genug.
BILD: Reizt Sie Motorrad fahren?
Schumacher: Ja, ich fahre auch Motorrad. Allerdings nur bis zur Eisdiele. Rennen wären mir zu gefährlich.
BILD: Sie besitzen einen Pilotenschein, sind für dieses Interview selbst nach Berlin-Tempelhof eingeflogen. Haben Sie schon brenzlige Situationen im Flugzeug erlebt?
Schumacher: Natürlich, oft. Da muss nur das Wetter schlecht werden. Wir sind vor Nizza mal in ein Gewitter gekommen, da hat der Blitz im Flugzeug eingeschlagen, das Licht fiel aus und eine Scheibe ging kaputt. Mein Sohn fand’s lustig, meine Frau weniger.
BILD: Sie sind auf dem Weg zum DTM-Rennen auf dem Lausitzring. Ganz ehrlich: Ist das nicht ein Riesenunterschied zwischen DTM in der Lausitz und Formel 1 in Monaco?
Schumacher: Ich habe diese Reiserei 12 Jahre hinter mir. Die ersten zwei Jahre findet man das ganz toll. Aber dann nimmt man die Umgebung nicht mehr wirklich wahr. Man hat keine Zeit, die Dinge zu genießen. Ich habe mir immer vorgenommen, wenn ich mal aufhöre, werde ich einige Grand Prixs besuchen und es ausnutzen, dass ich abends ausgehen und ein Bier trinken kann.
BILD: Nun ist die Welt für Sie sehr viel kleiner.
Schumacher: Ich liebe es in der Heimat herumzufliegen. Ich habe eine einmotorige Propeller-Maschine, die nenne ich immer meinen „Klappspaten“. So kann ich die ganzen Events selber anfliegen.
Das ist einfach super. Ich fliege zu günstigen Konditionen zur Arbeit.
BILD: Fühlt man sich wie ein Anfänger, wenn man frisch in die DTM kommt?
Schumacher: Man fühlt sich tatsächlich wie ein Anfänger. Wie früher, als ich in die Formel 3 kam. Es ist was komplett Neues. Aber auch ein erfrischendes Gefühl, dass man etwas Neues macht.
BILD: Was ist Ihr Ziel?
Schumacher: Mein Ziel ist es, in einem DTM-Auto überhaupt zurecht zu kommen. Da sind so ein paar Dinge, die ich dringend noch üben muss. Zum Beispiel das Starten.
BILD: Wo sollen die Leute hingehen am Sonntag: Zur DTM auf den Lausitzring oder zum Motorrad-Rennen ihres Bruders nach Oschersleben?
Schumacher: Der beste Kompromiss ist, zu uns zu kommen. Und am nächsten Tag in der BILD zu lesen, was in Oschersleben passiert ist.
BILD: Ihr Bruder nennt sich jetzt Marcel Niederhausen. Welches Pseudonym nehmen Sie eigentlich, wenn Sie in die Formel 1 zurückkommen?
Schumacher: So lange Michael nicht meinen Namen nimmt, ist alles in Ordnung. Aber ich bleibe bei meinem. Mir gefällt der.
Quelle: Bild.de
01.05.2008
'Wie ein Fahrschüler gefühlt'
Ralf Schumacher blickt zuversichtlich in die nächsten Rennen
Am Wochenende steigt in Mugello der dritte Saisonlauf in der DTM. Somit wird auch Ralf Schumacher zum dritten Mal in seinen neuen Wagen steigen, im Exklusiv-Interview mit sportal.de verrät der Mercedes-Pilot, dass er nach den Erfahrungen der ersten Rennen zufrieden ist und erklärt den Unterschied zur Formel 1.
sportal.de: Herr Schumacher, die ersten beiden DTM-Rennen liegen nun hinter Ihnen. Haben Sie das Gefühl, jetzt schon richtig in der DTM angekommen zu sein?
Schumacher: Klar, ich finde die DTM prima und fühle mich hier richtig wohl, auch wenn ich mit 32 Jahren erstmal als Neuling anfange. Bei Mercedes-Benz wurde ich gut aufgenommen, auch im gesamten DTM-Fahrerlager. Ich brauche zwar noch jede Menge Erfahrung im DTM-Auto, aber es sieht nach den ersten beiden Rennen schon ganz ordentlich aus.
sportal.de: Nach zehn Jahren Formel 1 ist es sicherlich nicht einfach, sich auf einen DTM-Wagen umzustellen. Welche Aspekte der Fahrzeug-Beherrschung haben Sie vor die größten Probleme gestellt?
Schumacher: Ein DTM- und ein Formel 1- Auto fahren sich völlig unterschiedlich. Der Hauptunterschied ist das Verhältnis zwischen Gewicht und Leistung. In der DTM muss man die Kurven anders anfahren, anders bremsen. Man muss ein DTM-Auto fast noch präziser fahren als ein Formel 1-Fahrzeug. sportal.de: Gab es etwas, dass Sie wirklich überrascht hat, dass Sie in Bezug auf den Wagen oder die Rennen so nicht erwartet hatten?
Schumacher: Beim ersten Test in Estoril habe ich mich nochmal wie ein Fahrschüler in der ersten Stunde gefühlt. Aber jetzt habe ich langsam den Bogen raus und die C-Klasse macht richtig Spaß.
sportal.de: In Oschersleben sind Sie als bester Fahrer in einem Vorjahres-Mercedes auf Platz 10 ins Ziel gekommen - allerdings hinter drei Vorjahres-Audis. Wie schätzen Sie das Kräfteverhältnis im Duell der 2007er-Modelle ein? Schumacher: Das Rennen in Oschersleben war insgesamt gesehen bestimmt kein Gradmesser. Nach dem Unfall meines Teamkollegen Maro Engel mit Tom Kristensen gab es eine Safety Car-Phase. Gary und Bernd haben eine Durchfahrtsstrafe erhalten. Auch von daher ist anhand des Rennausgangs eine zutreffende Einschätzung des Kräfteverhältnisses nicht möglich.
sportal.de: Sie sind der derzeit prominenteste Fahrer in der DTM und werden in einigen Medien hauptsächlich als öffentlichkeitswirksames Zugpferd betitelt. Ärgert Sie diese einseitige Betrachtungsweise und spüren Sie viel Druck, den zum Teil sehr hohen Erwartungen gerecht zu werden?
Schumacher: Bisher zumindest wurden mir von allen Seiten keine hohen Erwartungen auferlegt. Mit der Aufmerksamkeit insgesamt um meine Person hatte ich nicht gerechnet, aber dieser wird sich sicherlich auch wieder legen. Wenn die Fans sich freuen und es der Serie dient, dann ist das doch die Hauptsache."
sportal.de: Mika Häkkinen und Heinz-Harald Frentzen haben in der DTM nie den ganz großen Durchbruch geschafft und den Titel geholt. Woran glauben Sie hat das gelegen, und haben Sie sich eine Strategie zurechtgelegt, den Wechsel in die DTM erfolgreicher zu bewerkstelligen?
Schumacher: Ich denke, dass dieses Thema teils nicht richtig transportiert wird. Mika hatte bereits bei seinem 3. DTM-Rennen in Spa-Francochamps seine erste Pole-Position herausgefahren und gewann anschließend das Rennen. 2007 stand er zweimal ganz oben auf dem Podium. Und 2008 war er ein Titelkandidat, gewann als einer von drei Fahrern im Feld zwei von zehn Rennen. Auch Jean Alesi hat bereits bei seinem 3. DTM-Rennen gewonnen. Ich sehe mich in der DTM erst einmal als Lehrling. Zudem fahre ich im Gegensatz zu Mika Häkkinen und Jean Alesi einen Jahreswagen, da sind Siege wohl nicht drin. Mein Ziel ist es zu versuchen, auch in einem Gebrauchtwagen so schnell zu sein wie die anderen.
sportal.de: Können Sie sich auf jeden Fall ein längerfristiges Engagement in der DTM vorstellen, oder würden Sie Ihre Entscheidung mit der Bedingung verknüpfen, in absehbarer Zeit mit einem aktuellen Mercedes-Modell an den Start gehen und somit um den Titel mitfahren zu können?
Schumacher: Wie schon gesagt, mein Vertrag mit Mercedes-Benz ist erst einmal für ein Jahr. Wenn es gut läuft, setzen wir uns am Ende der Saison zusammen und sehen weiter.
Quelle: Sportal.de
Hockenheim - Schumacher: "Großer Spaßfaktor"
Eurosport - So 13.Apr. 17:57:00 2008
Nach seinem ersten Auftritt bei der DTM zog Ralf Schumacher im Interview ein positives Fazit.
Wie lautet Ihr Fazit nach ihrem ersten Renneinsatz in der DTM?
Ralf Schumacher: "Der Spaßfaktor war sehr groß. Ich bin eigentlich ganz zufrieden, auch wenn sich der 14. Platz natürlich nicht so gut liest. Aber ich habe keinen Fehler gemacht, und die Rundenzeiten waren auch ganz okay. Und das war ja erstmal die Zielsetzung."
Sie haben im Vorfeld betont, dass Sie zunächst einmal sehen müssen, wie Ihr Rennstil in die DTM passt. Wie passt er?
Schumacher: "Je länger das Rennen ging, desto besser bin ich klar gekommen. Ich bin nachher auch bessere Rundenzeiten gefahren. Allerdings haben wir auch noch Kleinigkeiten an den Reifen verändert, und das hat mir ein bisschen geholfen. Es scheint ganz gut zu funktionieren. Ich bin dann auch so ein bisschen in den Rennfluss hineingekommen. Aber es wird sich von Rennen zu Rennen sicherlich noch besser anfühlen."
Wie haben Sie den Rummel um Ihre Person empfunden?
Schumacher: "Ich denke, dass das nachlassen wird. Und wenn es der ganzen Sache hilft und mehr Medienaufmerksamkeit mit sich bringt, dann ist das okay, und dann mache ich das gerne mit. Und für mich ist das ja auch ganz hilfreich."
dpa / Eurosport
Pocher geht ran: Ralf Schumacher im Interview
Fühlst du dich als Verlierer?
Nach der Formel 1 ist alles ein Abstieg!
TV-Star Oliver Pocher (30) geht für BILD am SONNTAG regelmäßig ran an die Stars der Sport-Szene. Diesmal traf sich der Comedian mit Ralf Schumacher (32), der von der Formel 1 zur DTM gewechselt ist. Das Gespräch wurde aufgezeichnet von Kai Traemann, Tobias Holtkamp und Thomas Sulzer.
Quelle: BILD.de 13.04.08
Pocher: Hallo! Guten Tag im „Quiz Taxi“. Heute am Steuer: Ralf Schumacher ...
Ralf: Hallo, Olli! Das heißt nicht „Quiz Taxi“, das nennt sich DTM. Und wir reden nun über richtigen Motorsport ...
Pocher: Kein „Quiz Taxi“? Na ja, legen wir los: Wo genau ist der Unterschied zwischen DTM und Formel 1?
Ralf: Die Autos fahren sich völlig unterschiedlich. In der DTM muss man die Kurven anders anfahren, anders bremsen. Die Autos haben weniger Leistung und mehr Gewicht. Da fange ich mit 32 Jahren als Neuling an.
Pocher: Und du hast weniger Gehalt und mehr Arbeit ...
Ralf: Zumindest am Anfang. Ich hoffe, dass ich beim Auftakt-Rennen starte, ohne den Motor abzuwürgen – es ist im wahrsten Sinne des Wortes mein erster Start mit Hand und Fuß. Es ist halt alles manuell. Ich denke auch, dass ich zu Beginn der Serie im hinteren Drittel landen werde, mich dann aber langsam steigere.
Pocher: Bist du der Beckham der DTM? Der Superstar, der nur noch im sportlichen Niemandsland agiert?
Ralf: Nein! Ich finde die DTM prima. Gerade hier im Mercedes-Team um Norbert Haug. Sicher ist die Formel 1 im Motorsport das Maß aller Dinge. Aber ehrlich gesagt waren meine letzten zwei Serien dort ja nicht so berauschend ...
Pocher: Fühlst du dich somit als Verlierer?
Ralf: Nach der Formel 1 ist alles ein Abstieg. Aber als Verlierer sehe ich mich deshalb trotzdem nicht. Die DTM ist was ganz anderes. So was wie die Formel 1 mit Dach. Darauf freue ich mich.
Pocher: Kehrst du mal in die Formel 1 zurück?
Ralf: Wenn das Angebot stimmt, werde ich sicher noch mal in der Formel 1 fahren. Aber es müsste schon ein Team mit einem Auto kommen, in dem ich vorne mitfahren kann.
Pocher: Oder Testfahrer?
Ralf: Ausgeschlossen!
Pocher: Oder auf dem Motorrad wie dein Bruder?
Ralf: Eher nicht.
Pocher: Was sagt er zu deiner Entscheidung, nun in der DTM zu fahren?
Ralf: Er hält sich raus. Er macht sein Ding, ich meins.
Pocher: Hast du viel Kontakt mit Michael?
Ralf: Jein. Er ruft nicht wegen jeder Kleinigkeit an. Klar telefonieren wir mal. Aber er hat andere Interessen, ist raus aus dem Job, reist viel.
Pocher: Und wie lange willst du noch arbeiten?
Ralf: Erst mal noch ein Jahr. So lang geht mein Vertrag bei Mercedes, wo ich extrem gut aufgenommen wurde. Wenn es gut läuft, werden wir ihn verlängern. Wenn nicht, muss man sagen: „Okay, der Ralf beherrscht das DTM-Fahren nicht!“ Dann ist eben Ende. Aber mein Ziel ist es nun, in die Saison zu starten und zu versuchen, auch in einem Gebrauchtwagen so schnell zu sein wie die anderen.
Pocher: Gebrauchtwagen?
Ralf: Ja, mit meinem Auto ist in der letzten Saison noch ein anderer gefahren ...
Pocher: Wann hast du vorher zum letzten Mal einen „Gebrauchten“ gefahren?
Ralf: Schon länger her. Aber in der DTM macht es für mich am Anfang Sinn. Das hier ist eine neue Herausforderung, die ich genieße. Vor allem die Fan-Nähe, da die meisten Rennen in der Heimat stattfinden.
Pocher: Sagt der Mann, der in Salzburg wohnt. Sind da Steuergründe entscheidend?
Ralf: Dann wäre ich in der Schweiz oder in Monaco.
Pocher: Warum wohnst du überhaupt in Österreich?
Ralf: Es gefällt Cora, dem Kleinen und mir dort gut.
Pocher: Was spielst du mit deinem Sohn? Playstation?
Ralf: Nein, er gewinnt immer beim Autorennen. Diese Spiele sind nicht meine Welt.
Pocher: Und deine Welt?
Ralf: Ist das Fliegen!
Pocher: Aus der Kurve?
Ralf: Im Flugzeug! Und zwar am liebsten, wenn ich selbst am Knüppel sitze.
Pocher: Fliegt Cora mit dir?
Ralf: Ich fliege oft mit meiner einmotorigen Maschine. Mit der fliegt sie nicht. Sie hat etwas Flugangst.
Pocher: Praktisch. Dann heißt es: Heute will ich meine Ruhe, heute nehme ich die Propeller-Maschine ...
Ralf: Das hast du gesagt.
Pocher: Nervt es dich, dass sie oft in den Medien ist?
Ralf: Nein, warum auch?
Pocher: Na ja, da gab es ja pikante Themen. Ist nicht einfach mit einer Frau ...
Ralf: Das weiß man vorher nie. Da sind die Medien ja oft auch sehr speziell ...
Pocher: Will sie noch immer im TV moderieren?
Ralf: Nein. Das überlassen wir besser dir. Du tust dich ja schon schwer genug damit. Sie macht nun in Mode und Lifestyle, wird ein Geschäft eröffnen. Und wir haben ja einen Sohn, der berechtigt viel Zeit in Anspruch nimmt.
Pocher: Ist bei dir weiterer Nachwuchs in Sicht?
Ralf: Noch nicht. Aber wir werden dich in unsere Familien-Planung einweihen.
Pocher: Aber bitte nur passiv! Was treibst du sonst so?
Ralf: Ich gehe auf die Jagd!
Pocher: Das sollte Cora jetzt besser nicht lesen.
Ralf: Olli! Ich jage Tiere.
Pocher: Du Mörder!
Ralf: Das hat damit nichts zu tun. Es entscheidet nicht der Jäger, was geschossen wird, sondern die Behörde. Und wenn mein Sohn dabei ist, schieße ich gar nicht, dann genießen wir die Natur.
Pocher: Und sonst? Was erlegst du ansonsten so?
Ralf: Ich schieße junge Stücke.
Pocher: Du Sau!
Ralf: Jetzt reicht es, Oliver! Tiere! Ich rede von TIEREN!
Pocher: Nimmst du die Tiere auch selbst aus?
Ralf: Das gehört als passionierter Jäger dazu. Aber wenn ich es vermeiden kann, dann nicht ...
Pocher: Das wird deine Putzfrau gern hören. Wie geht es der zurzeit?
Ralf: Hör mir damit auf! Es gab halt Ärger.
Pocher: Aber sie wird doch mal deine private Post aufmachen dürfen ...
Ralf: Ich komme bald mal bei dir putzen und schaue nach dem Rechten.
Pocher: ICH habe nichts zu verbergen. Womit wir beim Thema wären: Kommt Sex-Max Mosley zum DTM-Start?
Ralf: Da musst du die Veranstalter fragen.
Pocher: Würde doch passen! Der Start ist in Deutschland und er kann ja toll auf Deutsch zählen. Sollte er nach seinem Nazi-Skandal zurücktreten?
Ralf: Da halte ich mich raus. Das ist wohl eher dein Spezialgebiet ...
Pocher: Okay. Zum Ende noch eine Fachfrage: Wer wird Formel-1-Weltmeister?
Ralf: Mercedes! Dieses Jahr oder nächstes Jahr – es ist nur eine Frage der Zeit ...
Pocher: Du, sag mal, wenn ich mich hier umsehe – hast du eigentlich ein Rad ab?
Ralf: Ich nicht. Aber du! Es war trotzdem lustig mit dir ...